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Marktupdate: Zwischenbilanz und Ausblick

Was das dritte Quartal geprägt hat – und warum die Fehlertoleranz der Märkte sinkt

Das dritte Quartal 2026 hat gezeigt, wie widerstandsfähig die Finanzmärkte trotz eines zunehmend anspruchsvollen Umfelds bleiben können. Steigende Energiepreise, höhere Anleiherenditen und eine erneute Straffung der Geldpolitik trafen auf robuste Unternehmensgewinne und einen anhaltenden KI-Investitionsboom. Wir ordnen ein, warum sich Aktien dennoch behaupten konnten – und weshalb im vierten Quartal vor allem Zinsen, Unternehmensgewinne und Bewertungen über den weiteren Kurs entscheiden dürften.

Grafik eines Auges im Corporate Design von W&L Asset Management als Symbol für den Finanzblog "Marktblick"

Makroumfeld

Das dritte Quartal 2026 war von einem erneuten Wechsel der Rahmenbedingungen geprägt. Die zwischenzeitliche Entspannung im Nahen Osten erwies sich als nicht nachhaltig. Der Konflikt mit dem Iran und erneute Störungen rund um die Straße von Hormus ließen die Energiepreise wieder kräftig steigen. Gleichzeitig zeigte sich die Weltwirtschaft widerstandsfähiger als erwartet: Die US-Wirtschaft blieb robust, während sich auch die Eurozone zum Quartalsende stabiler zeigte.

Für die Notenbanken entstand damit ein schwieriger Mix aus solidem Wachstum und erneut steigendem Inflationsdruck. Die Fed reagierte im September mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 3,75–4,00 %. Auch die EZB erhöhte im Sommer zweimal die Zinsen. Gleichzeitig blieb der Handelskonflikt zwischen den USA und China ungelöst. Das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping brachte zwar kleinere Zugeständnisse, ein umfassendes Handelsabkommen wurde jedoch erneut vertagt.

Aktienmärkte

Bemerkenswert war die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte. Trotz höherer Energiepreise, steigender Zinsen und geopolitischer Risiken lagen Weltaktien Ende September deutlich über dem Jahresanfang und nur knapp unter ihren Rekordständen. In den USA beendeten sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq das Quartal mit Gewinnen.

Getragen wurde die Entwicklung vor allem von starken Unternehmensgewinnen und dem anhaltenden Investitionsboom rund um Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig nahm die Differenzierung zu: Nicht jede KI-Story wurde weiterhin vorbehaltlos gekauft, und höhere Finanzierungskosten erhöhten den Druck auf ambitioniert bewertete Unternehmen. Damit rückten Gewinnqualität, Cashflows und die tatsächliche Rentabilität hoher Investitionen wieder stärker in den Vordergrund.

Anleihen

Der größere Stress zeigte sich im dritten Quartal an den Anleihemärkten. Höhere Energiepreise, hartnäckige Inflation, steigende Staatsverschuldung und umfangreiche Investitionen ließen die Renditen langfristiger Staatsanleihen deutlich steigen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasury überschritt im September zeitweise die Marke von 5 %.

Auch in Europa, Großbritannien und Japan stiegen langfristige Renditen deutlich. Die Zinserhöhung der Fed verstärkte die Erwartung, dass das Zinsniveau länger hoch bleiben könnte. Staatsanleihen konnten ihre traditionelle Rolle als stabilisierender Gegenpol zu Aktien deshalb erneut nur eingeschränkt erfüllen.

Rohstoffe

Energie rückte im dritten Quartal wieder in den Mittelpunkt. Die Ölpreise stiegen kräftig und überschritten zeitweise erneut die Marke von 100 US-Dollar je Barrel, nachdem die Eskalation im Nahen Osten Transportwege und Raffineriekapazitäten belastete.

Gold entwickelte sich trotz steigender Renditen insgesamt positiv, geriet im September jedoch etwas unter Druck. Industriemetalle blieben schwankungsanfällig: Strukturelle Nachfrage nach Kupfer sowie Investitionen in Energie- und KI-Infrastruktur wirkten unterstützend, während hohe Finanzierungskosten und Unsicherheit über die chinesische Konjunktur für Gegenwind sorgten.

Vorschau auf das nächste Quartal (Q4 2026):

Das vierte Quartal beginnt in einem ungewöhnlichen Spannungsfeld. Wirtschaft und Unternehmensgewinne zeigen sich weiterhin robust, gleichzeitig liegen Ölpreise, Inflation und langfristige Zinsen deutlich höher als noch zur Jahresmitte. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, wann die nächsten Zinssenkungen kommen, sondern wie viel zusätzliche geldpolitische Straffung notwendig wird – und wie lange die Aktienmärkte steigende Finanzierungskosten verkraften können.

Besonders im Fokus bleibt die Geldpolitik. Nach der Zinserhöhung im September sind weitere Schritte der Fed grundsätzlich möglich. Schwächere Arbeitsmarktdaten könnten den Handlungsdruck allerdings reduzieren. Auch die EZB steht vor einem schwierigen Balanceakt: Der Energieschock treibt die Inflation nach oben, während dauerhaft hohe Energiepreise gleichzeitig Wachstum und Konsum belasten könnten.

Für die Aktienmärkte wird die Berichtssaison entscheidend. Nach dem starken Gewinnwachstum und der anhaltenden KI-Euphorie sind die Erwartungen hoch. Bei Technologie- und KI-Unternehmen dürften Investitionen, Cashflows und die Rentabilität der umfangreichen Infrastrukturprogramme zunehmend kritisch hinterfragt werden. Gleichzeitig werden höhere Anleiherenditen zu einer immer stärkeren Konkurrenz für Aktien und könnten insbesondere ambitionierte Bewertungen unter Druck setzen.

Zusätzliche Unsicherheit bringt die Politik. Die US-Zwischenwahlen im November könnten die Mehrheitsverhältnisse im Kongress verändern, während der Handelskonflikt mit China trotz jüngster Gespräche ungelöst bleibt. Auch in Europa rücken neben Energie und Inflation zunehmend Staatsverschuldung und politische Risiken in den Fokus.

Was bedeutet das für Investoren?

Für Anleger dürfte das vierte Quartal vor allem zu einem Test der bisherigen Widerstandsfähigkeit der Märkte werden. Starke Unternehmensgewinne und der KI-Investitionsboom konnten höhere Energiepreise, steigende Renditen und geopolitische Risiken bislang kompensieren. Je höher die Finanzierungskosten jedoch steigen, desto kleiner wird die Fehlertoleranz.

Entscheidend wird deshalb wieder stärker, was hinter den Bewertungen steht. Unternehmen mit soliden Bilanzen, nachhaltigem Cashflow und tatsächlich profitablem Wachstum dürften gegenüber reinen Erwartungs- und Story-Titeln im Vorteil sein. Gleichzeitig bleiben Diversifikation und ein diszipliniertes Risikomanagement wichtig. Nicht jede hohe Bewertung ist automatisch problematisch – sie muss jedoch zunehmend durch entsprechende Gewinne gerechtfertigt werden.

Wichtige Termine im Q4 2026:

    • Zinsentscheidungen: Fed: 28. Oktober / 9. Dezember, EZB: 29. Oktober / 17. Dezember

    • Politik: US-Zwischenwahlen: 3. November

    • Wichtige Wirtschaftsdaten:

      • US-Arbeitsmarkt und Inflation bleiben zentrale Indikatoren für die weitere Geldpolitik

      • Erste BIP-Daten für das dritte Quartal ab Ende Oktober

      • Berichtssaison für das dritte Quartal mit besonderem Fokus auf die Unternehmensausblicke für 2027

 

Hinweis: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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Die jüngsten Zahlen der Automobilhersteller zeigen, wie stark sich der Markt derzeit verändert.

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