Marktblick
Der W&L Finanzblog
Wir haben den Markt immer für Sie im Blick – und auch eine Meinung dazu. Hier veröffentlichen wir unsere Kommentare, Analysen und Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen am Finanzmarkt sowie unsere Empfehlungen für Anlagestrategien.
Die Börse korrigiert – ohne zu fallen
Wenn Anleger von einer Korrektur an der Börse sprechen, ist meistens eines gemeint: Die Kurse fallen.
Doch Bewertungen können sich auch auf eine andere Art normalisieren. Die Aktienkurse bewegen sich seitwärts, während die Unternehmensgewinne weiter steigen.
Genau diese Entwicklung lässt sich derzeit am US-Aktienmarkt beobachten.
Der S&P 500 bewegt sich seit einigen Monaten unter Schwankungen weitgehend seitwärts. Gleichzeitig sind die Gewinnerwartungen der Unternehmen gestiegen. Dadurch ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 zuletzt auf rund 19 gefallen und liegt damit deutlich unter den Niveaus der vergangenen Monate.
Die Kurse mussten dafür nicht deutlich einbrechen. Stattdessen wachsen die Unternehmensgewinne langsam in die zuvor hohen Bewertungen hinein. Das ist eine Form der Korrektur, die an der Börse häufig weniger Aufmerksamkeit bekommt als ein Kursrückgang.
Wenn Öl und Zinsen gleichzeitig steigen
11. September 2026
An den Märkten gibt es Konstellationen, die für Anleger besonders unangenehm sind. Eine davon erleben wir gerade: Der Ölpreis steigt deutlich, gleichzeitig ziehen die Zinsen an.
Brent-Öl ist in den vergangenen Tagen über die Marke von 100 Dollar gestiegen und erreichte zeitweise mehr als 105 Dollar. Gleichzeitig hat die Europäische Zentralbank die Zinsen erneut angehoben. Der Einlagensatz liegt nun bei 2,5 Prozent. Es war bereits die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr.
Damit treffen zwei Entwicklungen aufeinander, die für die Finanzmärkte eine besondere Bedeutung haben. Ein höherer Ölpreis erhöht den Inflationsdruck, während höhere Zinsen die Finanzierungskosten und die Bewertungsniveaus belasten.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie hoch der Ölpreis noch steigen kann. Entscheidend ist, was daraus für Inflation, Geldpolitik und Unternehmensgewinne entsteht.
Geopolitische Härte und Präzision der Vernunft
Die Welt ist unsicher wie selten zuvor. Großmächte bauen militärische Drohkulissen auf und setzen ihre Interessen zunehmend offensiv durch. Gleichzeitig treiben Fortschritte in Physik und KI Entwicklungen voran, die immer leistungsfähiger und zugänglicher werden.
Dr. Hendrik Leber ordnete in seinem Vortrag am 16. Juni 2026 in Schwarzach dieses Spannungsfeld ein und zeigte, wie sich daraus fundierte Investmententscheidungen ableiten lassen.
Der KI-Boom wird zur Finanzierungsfrage
7. August 2026
Der KI-Boom kennt derzeit kaum Grenzen. Die großen Technologiekonzerne investieren Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips, Cloud-Infrastruktur und Energie. Was vor wenigen Jahren noch nach einer langfristigen Zukunftswette aussah, ist inzwischen ein gewaltiger Investitionszyklus geworden.
Allein Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta planen für 2026 zusammen Investitionen von rund 728 Milliarden US-Dollar. Dabei handelt es sich um konzernweite Capex-Ausgaben und nicht ausschließlich um KI-Investitionen, die Größenordnung zeigt jedoch, wie viel Kapital inzwischen in den Ausbau der digitalen Infrastruktur fließt.
Die entscheidende Frage ist deshalb längst nicht mehr, ob künstliche Intelligenz die Wirtschaft verändern wird. Viel interessanter ist inzwischen, wie dieser Boom finanziert wird und ob sich die enormen Investitionen am Ende auch rechnen.
Achterbahnfahrt bei KI-Hardware
31. Juli 2026
Wer in den vergangenen Monaten auf KI-Hardware-Aktien geschaut hat, brauchte starke Nerven. Auf neue Rekordstände folgten teils deutliche Rücksetzer, nur damit die Kurse kurze Zeit später wieder kräftig anzogen.
Auf den ersten Blick wirkt diese Entwicklung widersprüchlich. Schließlich hat sich an der grundlegenden KI-Story wenig geändert. Die großen Technologiekonzerne investieren weiterhin Milliarden in Rechenzentren, Chips, Netzwerke und Infrastruktur. Die Nachfrage nach Rechenleistung bleibt hoch und künstliche Intelligenz entwickelt sich für viele Unternehmen zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor.
Warum also schwanken gerade diese Aktien so stark?
Die Sommerflaute an den Märkten
10. Juli 2026
Kaum beginnt der Sommer, taucht an den Börsen dieselbe Aussage wieder auf: Jetzt werde es ruhiger. Viele Marktteilnehmer rechnen mit geringeren Handelsumsätzen, weniger Bewegung und einer insgesamt ereignisarmen Phase bis zum Herbst.
Tatsächlich gibt es gute Gründe, warum sich dieses Bild über die Jahre etabliert hat. Während der Sommermonate befinden sich viele institutionelle Investoren im Urlaub, das Handelsvolumen geht häufig zurück und größere Unternehmensnachrichten sind seltener als während der Berichtssaison.
Doch daraus zu schließen, dass an den Märkten bis September wenig passiert, greift zu kurz.
Marktupdate: Zwischenbilanz und Ausblick
3. Juli 2026
Was das zweite Quartal geprägt hat – und worauf Anleger nun achten sollten
Das zweite Quartal 2026 stand im Zeichen der Entspannung an den Energiemärkten und einer überraschend starken Erholung der Aktienmärkte. Sinkende Ölpreise, nachlassende Inflationssorgen und robuste Unternehmensgewinne sorgten für neue Zuversicht, während geopolitische Risiken und die Geldpolitik weiterhin im Fokus blieben. Wir zeigen, welche Entwicklungen die Märkte bewegt haben – und warum im dritten Quartal vor allem Unternehmensgewinne, Zentralbanken und das globale Wachstum über den weiteren Kurs entscheiden.
Blasen platzen nicht wegen hoher Bewertungen
19. Juni 2026
Sobald die Aktienmärkte neue Höchststände erreichen, dauert es meist nicht lange, bis die ersten Warnungen vor einer Blase auftauchen. Hohe Bewertungen, starke Kursanstiege und zunehmender Optimismus werden dann häufig als Vorboten eines bevorstehenden Crashs interpretiert.
Besonders in den vergangenen Monaten ist diese Diskussion wieder lauter geworden. Die starke Entwicklung vieler Technologie- und KI-Unternehmen erinnert manche Investoren an frühere Marktphasen, in denen Euphorie schließlich in Ernüchterung umschlug.
Doch bei aller Aufmerksamkeit für Bewertungen wird ein wichtiger Punkt oft übersehen: Hohe Bewertungen allein lassen eine Blase nicht platzen.
Was Anleger von einer Fussball-WM lernen können
12. Juni 2026
Alle vier Jahre beginnt rund um eine Fussball-Weltmeisterschaft dasselbe Schauspiel. Experten erstellen Favoritenlisten, Medien diskutieren mögliche Überraschungen und Fans sind überzeugt, dass sie den späteren Weltmeister bereits vor dem ersten Anpfiff kennen.
Doch die Geschichte zeigt immer wieder, dass zwischen dem Turnierfavoriten und dem tatsächlichen Sieger oft ein großer Unterschied liegt.
Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf die Parallelen zwischen einer Fussball-WM und dem Investieren.
Aktien auf Rekordkurs, Anleihen im Alarmmodus
5. Juni 2026
Wer aktuell nur auf die Aktienmärkte blickt, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Weltwirtschaft in bester Verfassung ist. Der S&P 500 bewegt sich nahe seiner Höchststände, Technologieaktien profitieren weiterhin vom KI-Boom und viele Anleger scheinen wieder deutlich optimistischer geworden zu sein.
Ein Blick auf den Anleihenmarkt zeichnet jedoch ein anderes Bild, denn seit Wochen steigen weltweit die Renditen von Staatsanleihen deutlich an. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hat sich wieder in Richtung 4,5 Prozent bewegt, langfristige US-Renditen notieren auf Niveaus, die zuletzt vor der Finanzkrise zu beobachten waren. Auch in Europa und Japan zeigt sich ein ähnliches Bild. Normalerweise wäre das keine gute Nachricht für Aktien, denn höhere Renditen bedeuten, dass sichere Alternativen attraktiver werden. Gleichzeitig sinkt der heutige Wert zukünftiger Unternehmensgewinne, was besonders wachstumsstarke Unternehmen belastet. Trotzdem bleiben die Aktienmärkte erstaunlich robust.
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Martina Vrbica
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